In Produktbeschreibungen von Kartonagen taucht sie immer wieder auf: die Grammatur, angegeben in Gramm pro Quadratmeter (g/m²). Aber was sagt dieser Wert eigentlich aus, und ist mehr Grammatur automatisch gleich mehr Stabilität? Wir bringen Licht ins Dunkel.
Was bedeutet Grammatur bzw. Flächengewicht?
Die Grammatur, fachlich auch Flächengewicht genannt, gibt an, wie viel eine Papier- oder Wellpappensorte pro Quadratmeter wiegt. Gemessen wird sie nach der Norm DIN EN ISO 536 und in Gramm pro Quadratmeter (g/m²) angegeben.¹ Papierlieferanten und Wellpappenhersteller vereinbaren dabei feste Gewichte inklusive zulässiger Toleranzen, weicht eine Lieferung davon zu stark ab, kann reklamiert werden.¹
Wie wird die Grammatur bei Wellpappe berechnet?
Bei fertiger Wellpappe spricht man vom Gesamtflächengewicht: der Summe der Flächengewichte aller verwendeten Papierlagen, inklusive des Gewichts des eingebrachten Klebstoffs.² Der Klebstoff selbst macht dabei gar nicht so wenig aus: Pro Quadratmeter und Klebseite werden etwa 3 bis 5 Gramm Leim benötigt, bei einwelliger Wellpappe also rund 6 bis 10 Gramm, bei zweiwelliger Wellpappe entsprechend 12 bis 20 Gramm.² Die Angabe „378 g/m²“ auf einem Kartonprodukt bezieht sich also auf das Gesamtgewicht aller Lagen und des Klebstoffs zusammen, nicht nur auf eine einzelne Papierschicht.
Was sagt die Grammatur über die Stabilität aus?
Grundsätzlich gilt: Je höher die Grammatur, desto mehr Material steckt in der Wellpappe, und in der Regel auch desto tragfähiger und robuster ist sie. Für eine grobe Einordnung beim Vergleich ähnlich aufgebauter Kartons ist die Grammatur deshalb ein guter erster Anhaltspunkt.
Grammatur ist nicht alles
Wichtig zu wissen: Die Grammatur allein entscheidet nicht über die Stabilität eines Kartons. Genauso wichtig sind der Aufbau, also einwellig oder zweiwellig, und die verwendete Wellenart. Ein zweiwelliger Karton mit EB-Welle kann bei ähnlicher Grammatur deutlich mehr aushalten als ein einwelliger Karton, weil die Konstruktion selbst zur Stabilität beiträgt. Wie genau sich Wellenarten unterscheiden, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber zu den Wellenarten. Auch die Papiersorte der einzelnen Lagen spielt eine Rolle für die tatsächliche Belastbarkeit.
Praktischer Tipp für Ihre Kartonwahl
Verlassen Sie sich bei der Kartonwahl nicht allein auf die Grammatur-Zahl, sondern schauen Sie sich zusätzlich Aufbau (einwellig/zweiwellig) und Wellenart an. Für leichtere Ware reicht häufig ein einwelliger Karton mit niedrigerer Grammatur völlig aus, für schwerere oder empfindlichere Sendungen lohnt sich der Griff zu einem zweiwelligen Karton, auch wenn die Grammatur auf den ersten Blick ähnlich wirkt.
Fazit
Die Grammatur ist ein hilfreicher, aber kein alleiniger Indikator für die Stabilität eines Kartons. Erst im Zusammenspiel mit Aufbau und Wellenart ergibt sich das vollständige Bild. Wer beides im Blick behält, trifft die bessere Wahl für seine jeweilige Versandware.
In unserem Shop finden Sie Kartonagen mit unterschiedlichem Aufbau und passender Grammatur für leichte bis schwere Sendungen. Bei Fragen zur passenden Wahl werfen Sie gerne einen Blick in unser FAQ, oder kontaktieren Sie uns direkt über unser Kontaktformular.
Kartonagen in verschiedenen Ausführungen und Grammaturen finden Sie direkt in unserem Shop. Fragen zur passenden Wahl beantworten wir Ihnen gerne in unserem FAQ.
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1. Wellpappe-Wissen (VDW): „Flächengewicht“ — https://www.wellpappe-wissen.de/wissen/qualitaetssicherung/papierpruefung/flaechengewicht.html
2. Wellpappe-Wissen (VDW): „Wellpappenprüfungen“ — https://www.wellpappe-wissen.de/wissen/qualitaetssicherung/wellpappe-und-verpackung/wellpappenpruefungen.html